Dieser Vergleich dreht sich nicht um Funktionen, sondern um Haltung. Obsidian sagt: Die Daten gehören dir, als Textdateien auf deiner Festplatte, für immer. Marqly sagt: Die manuelle Arbeit ist das Problem, lass die KI ran. Beide Positionen sind legitim und führen zu sehr unterschiedlichen Werkzeugen.
Was Obsidian gut macht
- Lokales Markdown. Jede geclippte Seite ist eine Datei in deinem Ordner. Kein proprietäres Format, keine Anbieterbindung. Schließt Obsidian, öffnen sich deine Notizen weiterhin in jedem Editor.
- Kostenlos für private Nutzung, der Clipper ebenso.
- Erfassungsvorlagen, die automatisieren, welche Felder von einer Seite gespeichert werden.
- Markierungen und Notizen zu dem, was du clippst.
- Echte Plattformbreite: Windows, Mac, Linux, iOS und Android.
- Offline von Haus aus, weil es lokale Dateien sind.
- Riesiges Plugin-Ökosystem.
Wenn du eine klare Haltung zur Datenhoheit hast oder seit Jahren einen Vault pflegst, endet dieser Vergleich vermutlich hier. Obsidian ist ausgezeichnet, und Marqly ersetzt das nicht.
Wo der echte Preis liegt
Obsidian ist beim Geld kostenlos und bei der Pflege teuer. Mit der Zeit entstehen drei Reibungspunkte:
Du bist der Index. Nichts wird selbst getaggt. Wenn du die Datei nicht gut benennst, keine Tags setzt und sie nirgends verlinkst, ist dieser Clip begraben. Das funktioniert sehr gut, wenn du methodisch bist — und scheitert, sobald zwei Wochen stressig werden.
Die Suche ist wörtlich. Du findest, was die eingetippten Wörter enthält. Wenn du erinnerst, worum es ging, aber nicht, wie es formuliert war, findest du es nicht. Bei 3.000 Dateien passiert das ständig.
Die Synchronisierung ist dein Problem. Entweder du zahlst den offiziellen Dienst oder baust sie mit iCloud, Dropbox oder Git — samt der Konflikte, die das mitbringt.
Was Marqly macht
Marqly nimmt das Gegenteil an: dass du nichts pflegen wirst.
- Automatisches KI-Tagging bei jeder Speicherung. Du benennst nicht, ordnest nicht, verlinkst nicht.
- Semantische Suche: Beschreib den Inhalt mit deinen Worten, auch ohne Titel oder die genauen Wörter des Textes.
- KI-Zusammenfassungen zum Sichten ohne Öffnen.
- KI-Karte auf YouTube mit Zusammenfassung, synchronisiertem Transkript und Chat; beim Speichern wird das Transkript angehängt und durchsuchbar.
- Textmarker in 6 Farben mit Notizen, die auf der Seite bleiben.
- Alle Tabs auf einmal speichern und wiederherstellbare Sitzungen.
- Öffentliche Boards ohne Anmeldung.
Und was es nicht gibt: keine lokalen Dateien, kein Markdown, kein Offline-Modus, keine Android-App. Es ist ein Dienst, mit allem Guten und Schlechten daran.
Direkter Vergleich
| Obsidian Web Clipper | Marqly | |
|---|---|---|
| Lokale Daten (Markdown) | Ja | Nein |
| Offline | Ja | Nein |
| Android-App | Ja | Nein |
| Linux | Ja | Browser |
| Preis | Kostenlos | Gratis · Pro 72 $/Jahr |
| Automatisches KI-Tagging | Nein | Ja |
| Semantische Suche | Nein | Ja |
| KI-Zusammenfassungen | Ja | Ja |
| KI für YouTube | Nein | Ja |
| Markierungen mit Notizen | Ja | Ja, 6 Farben |
| Alle Tabs speichern | Nein | Ja |
| Als PDF sichern | Nein | Ja (Chrome/Edge) |
| Öffentliches Board | Nein | Ja |
Wie du wählst
Frag dich, was dich in drei Jahren mehr stören würde: die Kontrolle über deine Daten zu verlieren, oder darin nichts wiederzufinden.
- Ist es Ersteres: Obsidian. Es ist die richtige Antwort auf die Frage der Datenhoheit, und es ist kostenlos.
- Ist es Zweiteres: Marqly. Denn ein Vault mit 4.000 Notizen ohne Index ist praktisch so wertvoll wie gar nichts.
Die Kombination funktioniert gut: in Marqly erfassen und sichten, in Obsidian schreiben und denken. Starte kostenlos und ohne Karte auf app.marqly.com. Weitere Vergleiche: Marqly vs Notion und Marqly vs Raindrop.
Häufige Fragen
Ist der Obsidian Web Clipper kostenlos?
Ja, der Clipper ist kostenlos und Obsidian für private Nutzung ebenfalls. Extra kostet nur die offizielle Synchronisierung, wenn du sie willst — sonst richtest du sie selbst ein.
Warum Obsidian wählen?
Weil die Daten wirklich dir gehören: Markdown-Dateien auf deiner Festplatte, ohne Abhängigkeit von einem Dienst. Verschwindet Obsidian morgen, bleiben deine Notizen und öffnen sich in jedem Texteditor.
Und warum nicht?
Weil die ganze Arbeit bei dir liegt: benennen, verknüpfen, ordnen, pflegen. Es taggt nicht selbst und sucht nicht nach Bedeutung, also landest du bei großen Mengen in einem riesigen Ordner ohne Index.
Hat Obsidian KI?
Der Clipper kann Zusammenfassungen erzeugen, und es gibt Community-Plugins für mehr. Was nicht ab Werk dabei ist: automatisches Tagging und semantische Suche über alles Gespeicherte.
Speichert Marqly meine Daten lokal?
Nein. Marqly ist ein Cloud-Dienst mit Web-App, Erweiterung und iPhone-App. Wenn alles auf deiner Festplatte liegen muss, ist Obsidian die richtige Wahl und Marqly passt nicht.
Kann man beide nutzen?
Ja. Ein verbreitetes Muster: in Marqly erfassen und sichten, in Obsidian schreiben und dabei zitieren.





